Erich Koch-Weser

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 26. Februar 1875 in Bremerhaven gestorben: 19. Oktober 1944 in Fazenda Janeta


    Jurastudium, 1901-09 Bürgermeister in Delmenhorst, 1909-13 in Bremerhaven, 1913-19 in Kassel, Mitbegründer der liberalen Deutschen Demokratischen Partei. Koch-Weser war von 1919-21 Reichsinnenminister, zeitweise Vizekanzler und 1928/29 Reichsjustizminister. Er hatte inzwischen den Zunamen "Weser" (nach seinem Wahlkreis) angenommen und war Vorkämpfer einer Reichsreform im Sinne des dezentralisierten Einheitsstaats. Koch-Weser versuchte 1930 durch den Zusammenschluss seiner Partei, deren Vorsitzender er war, mit dem Jungdeutschen Orden zur Deutschen Staatspartei die prorepublikanischen bürgerlichen Wähler zu sammeln, hatte jedoch bei den Wahlen im September 1930 keinen Erfolg und legte daraufhin sein Reichstagsmandat nieder. Nachdem ihm die Zulassung als Anwalt 1933 entzogen worden war, emigrierte er nach Brasilien und suchte sich dort eine Existenz als Landwirt zu gründen.