Erich Ludendorff

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher General

    geboren: 9. April 1865 in Kruszewnia, Posen gestorben: 20. Dezember 1937 in Tutzing, Oberbayern


    bei Kriegsausbruch 1914 Oberquartiermeister bei der 2. Armee, 21. 8. 14 Generalstabschef der 8. Armee unter Hindenburg. Die Siege bei Tannenberg und an den Masurischen Seen über die Russen begründeten Ludendorffs Mythos und seine steile Karriere zum Generalstabschef des Heeres, am 29. 8. 16 zum Ersten Generalquartiermeister und zu einer Art Militärdiktator. Auf ihn ging der Sturz von Reichskanzler Bethmann Hollweg zurück, er setzte den uneingeschränkten U-Boot-Krieg durch und forderte sofortigen Waffenstillstand, als seine letzten Offensiven 1918 gescheitert waren. Am 26. 10. 18 entlassen, kämpfte Ludendorff nach dem Krieg mit seiner Popularität gegen die Republik, schürte die Dolchstoßlegende und putschte zusammen mit Hitler am 9. 11. 23. Im Gegensatz zum NSDAP-Führer freigesprochen, zog Ludendorff 1924 in den Reichstag ein, kandidierte 1925 erfolglos für das Amt des Reichspräsidenten und wandte sich 1928 endgültig vom Nationalsozialismus ab. Zusammen mit seiner zweiten Frau Mathilde, geborene Spieß, verwitwete Kemnitz (1877-1966), hatte er 1925 den Tannenbergbund gegründet, dessen "deutscher Gotterkenntnis" er sich fortan ganz widmete. Obwohl Ludendorff sich öffentlich gegen Hitler stellte (31. 1. 33 Telegramm an Hindenburg), blieb er unbelästigt und erhielt 1937 ein pompöses Staatsbegräbnis.