Erich Ollenhauer

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 27. März 1901 in Magdeburg gestorben: 14. Dezember 1963 in Bonn


    1918 Eintritt in die SPD, 1921 Sekretär der Sozialistischen Jugend-Internationale, April 33 Wahl in den SPD-Vorstand. Ollenhauer ging im Mai 33 nach Prag, gehörte dem Exil-Vorstand der SPD an, fand 1938 in Frankreich Zuflucht und 1940 nach kurzer Internierung über Spanien und Portugal den Weg nach London. Materiell von der Labour Party unterstützt, hielt er die Emigranten zusammen in der Union deutscher sozialistischer Organisationen in Großbritannien, deren Vorsitzender er war. Zusammenarbeit mit kommunistischen Exilpolitikern lehnte er ab. 1946 konnte Ollenhauer nach Deutschland zurückkehren, wurde stellvertretender Vorsitzender und nach Schumachers Tod 1952 Vorsitzender der SPD und Oppositionsführer im Bundestag. Vergeblich bekämpfte er Adenauers Kurs der Westintegration und der Wiederbewaffnung, führte die SPD auf den Weg zur Volkspartei (1959 Godesberger Programm) und machte 1961 in klarer Einsicht seiner geringen Anziehungskraft auf die Wähler den Weg für Willy Brandt frei.