Erich Raeder

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Militär

    geboren: 24. April 1876 in Wandsbek bei Hamburg gestorben: 6. November 1960 in Kiel


    1894 zur Marine, im Ersten Weltkrieg Admiralstabsoffizier und zuletzt Kommandant des Kleinen Kreuzers "Cöln", dann im Reichmarineamt und schließlich als Admiral am 1. 10. 28 Chef der Marineleitung (ab 1. 1. 35 Oberbefehlshaber der Kriegsmarine). Raeder, der schon in der Weimarer Zeit die deutsche Kriegsmarine durch Panzerschiffe über das eigentlich im Versailler Vertrag erlaubte Maß ausgebaut hatte, begrüßte Hitlers Aufrüstungspolitik, warnte aber unentwegt vor einem Konflikt mit der britischen Seemacht. Bei Kriegsausbruch stellte er daher resigniert fest, nun könne die völlig unzureichend gerüstete Marine nur noch "in Ehren untergehen". Folgte Hitler zunächst noch mit dem Norwegenfeldzug Raeders Vorschlägen, so wuchs die Entfremdung zwischen ihnen, als statt der Konzentration auf den britischen Feind immer neue Aufgaben für die Kriegsmarine die Kräfte verzettelten. Zum Bruch kam es, als Hitler die Abwrackung der großen Überwassereinheiten zu Gunsten der U-Boot-Waffe anordnete. Raeder widersetzte sich und wurde daher am 31. 3. 43 durch Dönitz als Oberbefehlshaber der Kriegsmarine ersetzt. Dennoch brachte ihn seine Rolle bei der Vorbereitung des Kriegs 1945 auf die Nürnberger Anklagebank. Am 1. 10. 46 zu lebenslänglicher Haft verurteilt, wurde Raeder am 26. 9. 55 aus Gesundheitsgründen vorzeitig aus dem Spandauer Gefängnis entlassen.