Erich von Manstein

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Generalfeldmarschall

    geboren: 24. November 1887 in Berlin gestorben: 9. Juni 1973 in Irschenhausen


    (ursprünglich Erich von Lewinski), 1906 Offizier, im Ersten Weltkrieg Generalstabsverwendung, Reichswehrkarriere (1. 10. 36 Generalmajor). Manstein war bei Kriegsausbruch Chef des Stabes der Heeresgruppe Süd und entwickelte nach dem Sieg über Polen den Operationsplan für den Frankreichfeldzug: "Sichelschnitt" durch die Ardennen und Belgien mit schnellen Panzerverbänden zur Kanalküste. Der vom OKH sehr skeptisch beurteilte Plan fand Hitlers Billigung und brachte nach dem Erfolg die Beförderung Mansteins zum General der Infanterie (19. 7. 40). Im Russlandfeldzug war Manstein u. a. mit der 11. Armee Eroberer der Krim und wurde während der Stalingradkrise Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Don (später Süd). Zwar konnte er den sowjetischen Kessel um die deutsche 6. Armee nicht mehr sprengen, doch gelang ihm mit einer genialen "Strategie der Aushilfen" die Rettung der Südfront in Russland (u. a. Rückeroberung Charkows 16. 3. 43). Nach Meinungsverschiedenheiten mit Hitler, der nun "nur noch Steher" haben wollte, wurde mit Manstein am 30. 3. 44 der wohl fähigste deutsche Stratege abgelöst und nicht wieder verwendet. Von den Briten gefangen genommen, wurde er am 19. 12. 49 in Hamburg zu 18 Jahren Haft verurteilt, u. a. weil er den Kommissarbefehl weitergegeben und die Morde der Einsatzgruppen als "harte Sühne am Judentum, dem geistigen Träger des bolschewistischen Terrors" gebilligt hatte. Aus Gesundheitsgründen im Mai 53 freigelassen, schrieb Manstein seine Memoiren "Verlorene Siege" (1955) und beriet die Bundesregierung in Fragen der Wiederbewaffnung.