Erika Mann

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutsche Schriftstellerin

    geboren: 9. November 1905 in München gestorben: 27. August 1969 in Kilchberg bei Zürich


    zunächst Schauspielerin u. a. bei M. Reinhardt, kurze Ehe mit Gründgens (1925-28). Mann verließ wie ihr Vater Thomas Mann 1933 Deutschland, ging in die Schweiz und gründete dort das antinationalsozialistische Kabarett "Die Pfeffermühle", mit dem sie Europa bereiste. Als sie von den Nationalsozialisten ausgebürgert wurde, heiratete sie pro forma den englischen Schriftsteller W. H. Auden (1907-73) zur Erlangung der britischen Staatsbürgerschaft und arbeitete ab 1936 in den USA als Journalistin. Sie gewann ihren zunächst zurückhaltenden Vater für die Sache der antifaschistischen Emigration und Agitation, erregte 1938 mit ihrem Buch "Zehn Millionen Kinder" über die nationalsozialistische Erziehung Aufsehen und zog ihren Antrag auf US-Staatsbürgerschaft 1950 mit scharfen Attacken auf die Gesinnungsschnüffelei der staatlichen Kommunistenjäger zurück. Sie lebte danach als freie Autorin in der Schweiz.