Ernst Ferdinand Sauerbruch

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Chirurg

    geboren: 3. Juli 1875 in Barmen, Wuppertal gestorben: 2. Juli 1951 in Berlin


    1908 Professor in Marburg, danach in Zürich, München und ab 1927 in Berlin an der Charité. Sauerbruch machte sich als Erfinder des Druckdifferenzverfahrens bei Thoraxoperationen einen Namen und entwickelte eine neuartige Hand- und Unterarmprothese (Sauerbruch-Hand), die vielen Kriegsamputierten die Wiedereingliederung ins Erwerbsleben erleichterte. 1933 begrüßte Sauerbruch die nationalsozialistische Machtergreifung, war einer der prominentesten Ärzte im Dritten Reich, behandelte u. a. Goebbels und Hindenburg und erhielt 1937 den Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft. Obwohl Sauerbruch bald vom Nationalsozialismus enttäuscht war, scharfe kritische Äußerungen nicht scheute und in Verbindung stand zu L. Beck u. a. Widerstandskämpfern in der Mittwochsgesellschaft, blieb er im Wesentlichen unbehelligt. In einem Entnazifizierungsverfahren wurde er nach dem Krieg freigesprochen. 1951 erschienen seine Memoiren "Das war mein Leben", die 1954 auch verfilmt wurden.