Ernst Forsthoff

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Staats- und Verwaltungsrechtler

    geboren: 13. September 1902 Laar (heute Duisburg-Laar) gestorben: 13. August 1974 Heidelberg


    wurde 1933 Professor in Frankfurt/Main. In seiner Schrift "Der totale Staat" bezeichnete Forsthoff 1933 das Führerprinzip als nur metaphysisch zu vollziehen, einen der politischen Erlebniswelt verhafteten Vorgang, der Ausländern nur schwer zu verdeutlichen sei. Die Juden stellte er als unschädlich zu machende Feinde dar, die durch ihr Anderssein den territorialen oder geistigen Lebensraum eines Volks antasteten. Der reine Rechtsstaat sei "der Prototyp einer Gemeinschaft ohne Ehre und Würde". In weiteren einflussreichen Schriften zu politischen und juristischen Grundsatzfragen nahm er im Sinne der nationalsozialistischen Lehre Stellung. 1935 erhielt Forsthoff einen Lehrstuhl in Hamburg, ging 1936 nach Königsberg, 1941 nach Wien und 1943 nach Heidelberg. 1945 wurde er auf Anordnung der US-Militärregierung entlassen. Nach Betätigung in der Landesverwaltung von Schleswig-Holstein war Forsthoff von 1949-67 wieder Professor in Heidelberg, 1960-63 zugleich Präsident des obersten Verfassungsgerichts der Republik Zypern. Die nach 1945 erschienenen verwaltungsrechtlichen, verfassungsrechtlichen und rechtstheoretischen Schriften von Forsthoff hatten große Bedeutung für die Rechtslehre und -praxis in der Bundesrepublik.