Ernst Krieck

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Pädagoge

    geboren: 6. Juli 1882 Vögisheim (Baden) gestorben: 19. März 1947 Moosburg/Isar


    entwickelte als Lehrer und Pädagogik-Professor bereits in der Weimarer Republik Grundlagen der "nationalsozialistischen Erziehungslehre", forderte in zahlreichen Veröffentlichungen eine auf "Ein- und Unterordnung" des Individuums zielende Erziehung. Nachdem Krieck wegen nationalsozialistischer Propagandareden 1931 strafversetzt worden war, betätigte er sich zeitweise offiziell als Propagandist und Funktionär der Partei. Sein Buch "Nationale politische Erziehung" (1932) diente über Jahre als theoretisches Standardwerk der nationalsozialistischen Pädagogik, für die laut Krieck der Boden "durch geeignete Rassezucht, Rassepflege, Rasseauslese, Rassehygiene" bereitet werden müsse. 1933 wurde Krieck in Frankfurt zum ersten nationalsozialistischen Rektor einer deutschen Universität berufen, wechselte später auf einen Lehrstuhl nach Heidelberg, wo er sein Hauptwerk "Völkisch-Politische Anthropologie" (1936/38) verfasste, in dem er eine Erziehung "in der Dreiheit von Leibeserziehung, Seelenführung und Geistesbildung" forderte und das zu einer Reihe von Kontroversen mit namhaften Rassentheoretikern des Dritten Reichs führte. Der nach Kriegsende aus dem Hochschuldienst entlassene Krieck starb im Internierungslager.