Ernst Rüdin

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Humangenetiker

    geboren: 19. April 1874 St. Gallen (Schweiz) gestorben: 22. Oktober 1952 München


    1915 Professor in München, 1925-28 in Basel, 1935 Direktor der Deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie und 1938 des Instituts für Rassenhygiene in München. Rüdin war zusammen mit Ploetz Begründer der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene (ab 1933 ihr Vorsitzender) und wurde 1933 von Reichsinnenminister Frick in den Beirat für Bevölkerungs- und Rassenpolitik berufen. Er entwickelte die "empirische Erbprognose", nach der Voraussagen über die Erblichkeit von Erkrankungen und Anomalien möglich sein sollten und die die Grundlage des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses vom 14. 7 .33 wurde. Rüdin war Mitverfasser des Standardkommentars zu diesem Gesetz, das er als Befreiung vom "Terror" der Behinderten pries. 1939 zeichnete ihn Hitler mit der Goethemedaille für Kunst und Wissenschaft und 1944 mit dem Adlerschild des Deutschen Reiches aus.