Ernst Thälmann

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 16. April 1886 in Hamburg gestorben: 18. August 1944 im KZ Buchenwald


    Hafen- und Transportarbeiter, 1903 zur SPD, 1917 USPD, 1920 KPD. Thälmann wurde 1921 Vorsitzender der Hamburger KPD, befürwortete gegen die Linie der Parteiführung die - erfolglose - Oktobererhebung 1923 in Hamburg, rückte 1924 ins Exekutivkomitee der Komintern auf, übernahm am 31. 10. 24 die Führung des Roten Frontkämpferbunds und im September 25 den Vorsitz der Partei selbst. Inzwischen war er im April 25 als Kandidat für das Amt des Reichspräsidenten über Parteikreise hinaus bekannt geworden (1,9 Millionen Stimmen) und konnte die Stimmanteile für die KPD bis 1932 kontinuierlich steigern. Im gleichen Jahr erreichte er bei den Präsidentenwahlen schon 4,9 Millionen Stimmen. Fatal wirkte sich Thälmanns absolute Linientreue Stalin gegenüber aus, dessen Fehleinschätzung des Nationalsozialismus und der politischen Lage er teilte: Danach galt ihm die SPD als linker, die NSDAP als rechter Arm derselben Bourgeoisie. Eine Aktionsgemeinschaft mit den "Sozialfaschisten" gegen Hitler konnte es für ihn nicht geben. Der "überforderte, aber standfeste Arbeiter" (Willy Brandt) wurde nach dem Reichstagsbrand am 3. 3. 33 verhaftet und anlässlich eines Luftangriffs auf das KZ Buchenwald nach elfjähriger Haft von SS-Wachen ermordet. Eine Freilassung nach Abschluss des Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffsvertrags 1939 hatte er abgelehnt, weil er das Versprechen politischer Abstinenz nicht unterschreiben wollte.