Ernst Toller

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Schriftsteller

    geboren: 1. Dezember 1893 in Samotschin, Westpreußen gestorben: 22. Mai 1939 in New York


    Die Erfahrung des Ersten Weltkriegs machte Toller zum überzeugten Pazifisten. Als Mitglied der USPD und Vertreter eines Idealistischen Sozialismus gehörte er zu den Führern der Revolution 1918 in München ("Revolution der Liebe") und wurde nach Eisners Tod Staatsoberhaupt der bayerischen Räterepublik, zu deren Scheitern er durch romantisierende Weltfremdheit beitrug. In den fünf Jahren Festungshaft danach verfasste Toller eine Reihe pazifistischer und sozialkritischer (u. a. "Der deutsche Hinkemann", 1923) Dichtungen; in dem Drama "Der entfesselte Wotan" (1923) nahm er satirisch am Beispiel eines hochstapelnden Friseurs den Aufstieg Hitlers vorweg. Toller, der u. a. für linke Blätter wie die "Weltbühne" schrieb, wurde 1933 ausgebürgert. Die Verfestigung der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland ließ ihn am Sinn der eigenen gewaltlosen Politik zweifeln und trieb ihn schließlich in den Selbstmord