Ernst von Harnack

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Widerstandskämpfer

    geboren: 15. Juli 1888 Marburg gestorben: 3. März 1945 Berlin


    ab dem Ersten Weltkrieg SPD-Mitglied, Beamter, zuletzt Regierungspräsident von Merseburg; unter Papen in den einstweiligen Ruhestand versetzt, 1933 endgültig aus dem öffentlichen Dienst entlassen. Als Sohn eines Theologieprofessors fand Harnack aus christlicher Überzeugung zur Widerstandsgruppe um Goerdeler: "Ein System ohne Demut und Güte ist zum Scheitern verurteilt." Harnack, ein langjähriger Freund von Leber, vermittelte Kontakte zwischen dem Goerdeler-Kreis, der im Untergrund arbeitenden SPD und dem militärischen Widerstand. Nach dem Attentat vom 20. 7. 44 setzte sich Harnack noch für die Kinder des verhafteten Leber ein, wurde dann aber am 1. 2. 45 selbst "wegen Hochverrats" vom Volksgerichtshof zum Tod verurteilt.