Erntedanktag

    Aus Lexikon Drittes Reich

    einer der wichtigsten Feiertage im Kanon der Feiern im nationalsozialistischen Jahreslauf, in der Regel Anfang Oktober. Parallel zum Maifeiertag, durch dessen Übernahme die Arbeiterschaft in die "Volksgemeinschaft" eingebunden werden sollte, wurde der Erntedanktag zum gesetzlichen Staatsfeiertag erhoben und unter nationalsozialistische Regie gestellt, um dadurch den Bauernstand offiziell zu ehren, aber auch zu verpflichten und ideologisch und politisch zu integrieren. Die zentrale Feier fand von 1933-37 auf dem Bückeberg statt; um die Durchführung lokaler Feiern in Stadt und Land bemühte sich die Partei bis zum Kriegsende. Der Erntedanktag sollte in besonderem Maß der Blut-und-Boden-Ideologie Ausdruck verleihen und zu einem "artgemäßen" und "brauchtümlichen" Fest entwickelt werden. Gegenüber den kirchlichen Erntedankfeiern konnten sich die nationalsozialistischen Veranstaltungen jedoch nicht durchsetzen.