Erwin Bumke

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Jurist

    geboren: 7. Juli 1874 Stolp (Pommern) gestorben: 20. April 1945 Leipzig


    Studium in Freiburg, Leipzig, München, Berlin und Greifswald, Promotion 1896, 1902 Hilfsrichter in Stettin, 1905 Landrichter in Essen. Im Februar 07 trat Bumke ins Reichsjustizamt ein, wurde im April 09 zum Regierungsrat und im Mai 12 zum Geheimen Oberregierungsrat ernannt. Er arbeitete v. a. an der Reform des Straf- und Strafprozessrechts. Mit Wirkung vom 1. 1. 20 wurde er Ministerialdirektor und übernahm die Abteilung Strafrecht, Strafprozessrecht und Strafvollzug. Am 15. 2. 29 wurde Bumke zum Präsidenten des Reichsgerichts in Leipzig ernannt und blieb bis 1945 im Amt. Zugleich war er Vorsitzender des Staatsgerichtshofs für das Deutsche Reich und seit Dezember 32 Vertreter des Reichspräsidenten.

    Bumke galt als unpolitischer Jurist alter Schule. Dennoch trat er 1919 in die DNVP und im Mai 37 in die NSDAP ein. Er wurde zum willigen Diener des nationalsozialistischen Regimes, das ihn mit zweimaliger Verlängerung seiner Amtszeit trotz Erreichens der Altersgrenze belohnte. Unter seiner Präsidentenschaft unterwarf sich das Reichsgericht zunehmend den Forderungen der Machthaber und entwickelte sich zu einem Macht- und Terrorinstrument. So diente insbesondere der eigens eingerichtete "Besondere Strafsenat" unter Bumkes Vorsitz - auch "Gerichtshof des Führers" genannt - der Manipulation des Rechts, indem er nicht genehme rechtskräftige Urteile in Hitlers Sinn korrigierte. Bumke nahm sich kurz vor Kriegsende das Leben.