Erwin Rommel

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Feldmarschall

    geboren: 15. November 1891 in Heidenheim gestorben: 14. Oktober 1944 bei Ulm


    1910 Eintritt ins württembergische Heer, im Ersten Weltkrieg 1917 mit dem Pour le Mérite ausgezeichnet (Sturm auf den Monte Matajur, "Wunder von Karfreit"), Reichswehr-Karriere (u. a. Taktiklehrer an der Infanterieschule Dresden 1929-33). Rommel begrüßte die nationalsozialistische Machtergreifung und wurde bald von Hitler "entdeckt", der ihn 1935 zum Verbindungsoffizier der Reichsjugendführung im Reichswehrministerium und 1938/39 zum Kommandanten des Führerhauptquartiers in der Sudetenkrise, beim Einmarsch in die "Resttschechei" und im Polenfeldzug berief. In Frankreich erhielt Rommel als Generalmajor (1. 8. 39) im Mai 40 sein erstes Frontkommando als Befehlshaber der 7. Panzerdivision, die sich mit überraschenden, schnellen Vorstößen den Beinamen "Gespensterdivision" erwarb.

    Ihre "Blitz"-Taktik machte aus Rommel in Nordafrika, wohin ihn im Februar 41 das nächste Kommando rief, den legendären "Wüstenfuchs", der die schon verlorene italienische Sache im Afrikafeldzug noch einmal rettete. Mit seinem Deutschen Afrikakorps (DAK) brachte er nach dem Fall von Tobruk (21. 6. 42) die britische 8. Armee an den Rand einer Niederlage und musste sich erst nach der angloamerikanischen Landung in Marokko (8. 11. 42) im Frühjahr 43 geschlagen geben. Als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B organisierte Rommel ab 18. 8. 43 die Verteidigung Italiens und bereitete in Frankreich ab 1. 12. 43 die Abwehr der Invasion vor. Seine Maßnahmen aber griffen nicht wegen der Reibungen mit dem Oberbefehlshaber West Rundstedt und v. a. wegen der erdrückenden alliierten Luftüberlegenheit. Rommel, der schon länger Hitlers unverantwortliche Kriegführung kritisierte, wurde allmählich zum Widerständler, der aber weiterhin ein Attentat strikt ablehnte. In einem Brief vom 15. 7. 44 forderte er Hitler auf, die politischen Konsequenzen aus den aussichtslos gewordenen Kämpfen zu ziehen. Zwei Tage später wurde er bei einem Jabo-Angriff bei Lisieux schwer verwundet. Seine Verbindung zu den Verschwörern des Zwanzigsten Juli 44, die ihn als Oberbefehlshaber des Heers für den Fall eines erfolgreichen Staatsstreichs vorgesehen hatten, führte am 14. 10. 44 zum Besuch der Generale Burgdorf und Meisel beim genesenden Rommel in seinem Wohnort Herrlingen. Sie überbrachten Hitlers Befehl: entweder Freitod oder Verfahren vor dem Volksgerichtshof und entsprechende Folgen für die Familie. Rommel entschied sich für das angebotene Gift, Hitler ordnete ein Staatsbegräbnis an.