Estland

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Republik an der Ostsee, einer der Baltischen Staaten, mit 47 500 km² und 1,1 Millionen Einwohnern (1934), Hauptstadt Reval; gegründet am 24. 2. 18, als das bis dahin russische Estland noch von deutschen Truppen besetzt war. Zunächst demokratisch regiert, wurde Estland durch faschistischen Umsturz nach schwerer Wirtschaftskrise 1934 ein vom Präsident K. Päts autoritär geführter Staat mit deutscher Minderheit (1,5 %, Baltendeutsche). Estland wurde im Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakt (23. 8. 39) zum sowjetischen Einflussbereich geschlagen. Ein deutsch-estnischer Vertrag regelte im Oktober 39 die Umsiedlung der deutschstämmigen Bevölkerung ins Deutsche Reich. Nach sowjetischem Ultimatum besetzte die Rote Armee am 16. 6. 40 Estland, räumte es aber im Herbst 41 wieder während des Russlandfeldzuges, von dem sich die Esten die Wiedererrichtung ihres Staates erhofften. Viele dienten als Freiwillige in der Waffen-SS (u. a. 20. Waffen-Grenadier-Division der SS). Estland gehörte während der deutschen Besatzungszeit als Generalkommissariat zum Reichskommissariat Ostland. Im August 44 rückten wieder sowjetische Truppen in Estland ein (Reval erst 22. 9.).