Ethik

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Zweig der Philosophie, der sich mit den Normen menschlichen Handelns (Sittlichkeit) und ihrer Fundierung beschäftigt. Der Nationalsozialismus propagierte eine radikale völkisch-kollektivistische Ethik, nach der der Einzelne nichts bedeute, sondern alles Handeln am Nutzen für die "Schicksals- und Blutgemeinschaft des Volkes" auszurichten sei. Was dieser Gemeinschaft nutze, sage dem Deutschen sein "artgemäß nordisch-germanisches Fühlen", da sittliches Empfinden "rassisch-blutmäßig" bestimmt sei. Außer den herkömmlichen Gemeinschaftstugenden betonte die nationalsozialistische Ethik besonders die Verantwortung der Rasse gegenüber: Dazu gehöre der "Wille zum Kind" ebenso wie eine einwandfreie rassenhygienische Haltung, deren oberstes Gebot die Beachtung der "Rassenschranke" sei. In dieser wahnhaften Rassenethik konnte sittlich nur sein, was dem Sieg im "Rassenkrieg" diente, letztlich also insbesondere Euthanasie und Endlösung. So wurde in Himmlers Augen (Rede vom 5. 5. 44) der Völkermord der SS, bei dem die Täter "anständig" geblieben seien, zum "Ruhmesblatt".