Eugen Gerstenmaier

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker und Theologe

    geboren: 25. August 1906 in Kirchheim unter Teck gestorben: 13. März 1986 in Remagen


    Studium der Germanistik und evangelischen Theologie. Obwohl sich Gerstenmaier zu den ersten Anhängern der Bekennenden Kirche zählte, arbeitete er 1936-44 im Kirchlichen Außenamt der Deutschen Evangelischen Kirche, wo, nach K. Barth, "das Gegenteil alles kirchlichen Bekennens und Handelns geradezu Prinzip war". 1939/40 dienstverpflichtet in die kulturpolitische Abteilung des Auswärtigen Amts, fand Gerstenmaier Kontakt zum Kreisauer Kreis, wurde allerdings nach dem gescheiterten Attentat vom 20. 7. 44 nur zu sieben Jahren Haft verurteilt. Nach dem Krieg Aufbau des Evangelischen Hilfswerks und dessen Leiter bis 1951, CDU-Beitritt, Bundestagsabgeordneter und 1954-69 Präsident des Deutschen Bundestags. Die Karriere von Gerstenmaier endete nach Bekanntwerden überzogener Wiedergutmachungsforderungen. Seine Selbstdarstellung als Widerstandskämpfer hatte schon K. Barth 1945 öffentlich kritisiert.