Eugen Hadamovsky

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Rundfunkpolitiker

    geboren: 14. Dezember 1904 Berlin gestorben: 1944 Ostfront


    Nach Freikorpsaktivitäten trat Hadamovsky 1930 der NSDAP bei, wurde Mitbegründer und 1933 Präsident des Reichsverbands Deutscher Rundfunkteilnehmer. Goebbels berief ihn 1931 zum Berliner Gau-Funkwart und 1932 zum Abteilungsleiter in der Reichspropagandaleitung. Hadamovsky profilierte sich in öffentlichen Auftritten gegen die "geistlosen Perversitäten" der "Männer des Systemrundfunks", organisierte sofort nach der Machtübernahme die Direktübertragungen von Hitler-Auftritten im Rundfunk so perfekt, dass ihn Goebbels noch 1933 zum Sendeleiter des Deutschlandsenders und kurz darauf zum Reichssendeleiter und Direktor der Reichsrundfunkgesellschaft ernannte; in der Reichsrundfunkkammer wurde Hadamovsky Vizepräsident und Vorsitzender der Fernseharbeitsgemeinschaft. Als rücksichtsloser Karrierist "reinigte" er den deutschen Rundfunk von allem "Abseitigen, Ästhetisierenden, Volksfremden" und machte ihn zu einem "braunen Haus deutschen Geistes", in dem "die Stimme des Führers das Wichtigste" sein sollte. Wegen persönlicher Differenzen fiel Hadamovsky 1942 bei Goebbels in Ungnade, meldete sich Ende 43 freiwillig zur Wehrmacht und fiel als Panzeroffizier in Russland.