Ewald von Kleist-Schmenzin

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Widerstandskämpfer

    geboren: 22. März 1890 Groß Duberow (Pommern) gestorben: 9. April 1945 Berlin-Plötzensee


    Jurastudium, Kriegsfreiwilliger, DNVP-Mitgliedschaft. Der Monarchist Kleist-Schmenzin bekämpfte die Republik, unterstützte Kapp-Putsch und Schwarze Reichswehr, lehnte aber den Nationalsozialismus mit seinen "antikonservativen und kriegsanstiftenden Zielen" ab. Das wurde zu ausgeprägter Feindschaft nach einem Treffen mit Hitler 1932 und fand Niederschlag in der Schrift "Der Nationalsozialismus - eine Gefahr" (1932). Nach der Machtergreifung mehrfach verhört und verhaftet, u. a. weil er SA-Leute mit Waffengewalt von seinen Gütern gejagt hatte, knüpfte Kleist-Schmenzin Kontakte zum Widerstand und warb im August 38 erfolglos in London für eine harte Haltung in der Sudetenkrise, die ein Anlass zum Vorgehen gegen Hitler hätte sein können. Unbeirrt setzte er den Kampf fort, den er als "von Gott verordnetes Gebot" verstand. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. 7. 44 wurde Kleist-Schmenzin am 3. 2. 45 vor dem Volksgerichtshof angeklagt. Ein Bombenangriff, bei dem der Gerichtsvorsitzende Freisler umkam, unterbrach die Verhandlung, die, am 23. 2. wieder aufgenommen, zum Todesurteil führte. Kleist-Schmenzin starb am gleichen Tag wie seine Mitkämpfer Bonhoeffer, Canaris, Oster u. a.