Ewiger Jude

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Legendenfigur des zu ewiger Wanderung verdammten Juden; aus unterschiedlichen Überlieferungen seit dem 6. Jahrhunderts bekannt, als "Volksbuch vom Ewigen Juden" im 17. Jahrhundert in ganz Europa verbreitet: die Legende vom Schuhmacher Ahasverus, der Christus auf dem Weg zur Kreuzigung von seiner Türe wies, als Strafe zu ewigem Wandern verflucht wurde und seitdem ruhelos umherirrt. Das Motiv vom Ewigen Juden wurde in der Dichtung der Romantik als Bild menschlichen Leidens gedeutet und symbolisierte in späteren Arbeiten besonders das tragische Schicksal des jüdischen Volkes.

    Die antisemitische Propaganda und Literatur übernahm den Ewigen Juden als Symbol für die rassisch gebundene Niedertracht des Judentums. Am extremsten zeigte dies der von den Nationalsozialisten preisgekrönte Film "Der Ewige Jude", der die auf physische Vernichtung zielende Judenpolitik in der Bevölkerung begründen sollte. Mit diesem und ähnlichen Filmen ("Jud Süß"), die Juden als "Untermenschen" zeigten, wurden in breiten Zuschauerkreisen die gewünschten emotionalen Reaktionen erzeugt: Angst, Ekel, Neid, Hass.