Führer und Reichskanzler

    Aus Lexikon Drittes Reich

    seit 2. 8. 34 offizieller Titel Hitlers gemäß Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches vom Vortag (RGBl. I, S. 747). Die Bezeichnung "Führer" für Hitler als Parteichef, vermutlich in Anlehnung an das faschistische Vorbild "Duce" gebildet, tauchte 1921/22 auf, setzte sich aber erst nach Neugründung der NSDAP (27. 2. 25) endgültig durch. Die Übernahme der Kompetenzen auch des Reichspräsidenten nach Hindenburgs Tod vollendete Hitlers persönliche Diktatur, der damit auch oberster Befehlshaber der Streitkräfte wurde und Soldaten wie Beamtenschaft durch einen als Treuegelöbnis gehaltenen Eid auf den Führer und Reichskanzler sich persönlich verpflichtete. In einer Volksabstimmung am 19. 8. 34 stimmten nach offiziellen Angaben 89,9 % der Wahlberechtigten dem Gesetz über den Führer und Reichskanzler zu. Die Bezeichnung "Führer" erhielt damit Verfassungsrang und verdrängte den Begriff Reichskanzler allmählich. Am 14. 1. 39 wurde die Presse angewiesen, künftig von Hitler nur als dem "Führer" zu sprechen, was am 22. 1. 42 auch auf Hitler als Obersten Befehlshaber der Wehrmacht ausgedehnt wurde. Die Parteikanzlei erklärte im April 44, der Begriff "Führer" decke Hitlers sämtliche Funktionen als Parteichef, Staatsoberhaupt, Reichskanzler und Kriegsherr.