Führerprinzip

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (Führergrundsatz), radikal antidemokratisches politisches Leitungssystem, das Hitler schon in "Mein Kampf" für den gesamten Staatsaufbau forderte und das für faschistische Diktaturen typisch ist. Nach dem Führerprinzip ist nur der oberste Führer durch das Volk zu "bestätigen" (plebiszitäre Legitimation), im Fall des Nationalsozialismus also Hitler, während alle weiteren Führer immer vom jeweils höheren ernannt werden, so dass politische Entscheidungen angeblich unabhängig von allen "Interessenbindungen" getroffen würden. Nach nationalsozialistischer Auffassung war das Führerprinzip Grundlage der "germanischen Demokratie" und beruhte auf "unbedingter Verbindung von absoluter Verantwortlichkeit mit absoluter Autorität" ("Mein Kampf"). Es sollte alle gesellschaftlichen Bereiche durchdringen, da es ein "Gesetz der Natur" sei und "tief im germanisch-deutschen Denken" wurzele. Nach der Machtergreifung wurde das in der NSDAP und ihren Gliederungen geltende Führerprinzip (1921 eingeführt) auf alle Organisationen wie z. B. DAF oder Reichsnährstand, Reichsbund für Leibesübungen oder die Einzelkammern der Reichskulturkammer angewandt und durch das Arbeitsordnungsgesetz auf die Wirtschaft und durch die Deutsche Gemeindeordnung auf die kommunalen Körperschaften übertragen. Das Schlagwort lautete: "Beratung statt Abstimmung!"