Führerwille

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (-erlass, -befehl), nach nationalsozialistischer Auffassung Grundlage für die gesamte Staatstätigkeit in Gesetzgebung, Verwaltung und Justiz. Zur Begründung wurde angeführt, dass der Führer den wahren Willen des Volkes zum Ausdruck bringe, ohne dass es auf eine Übereinstimmung des Führerwillens mit dem tatsächlichen Volkswillen ankomme. Die Äußerung des Führerwillens war an keine inhaltlichen Kriterien und an keine Formvorschriften gebunden. Der Führerwille, wie er sich z. B. in Reden äußerte, war für alle Staatsorgane verbindlich. Durch Führerbefehl wurden - oft formlos - Einzelentscheidungen im militärischen und zivilen Bereich getroffen. Durch Führererlass ergingen allgemein gültige Regelungen oder Einzelentscheidungen von besonderer Bedeutung. Solche Äußerungen hingen oft von Zufällen ab. Auf den Führerwillen wurden insbesondere die Massenverbrechen wie die Endlösung und die Euthanasie zurückgeführt.