Fürstenenteignung

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (Fürstenabfindung), Einbehalt der nach Ende der Monarchie (9. 11. 18) beschlagnahmten Vermögen der deutschen Fürstenhäuser. Nachdem einige Länder bereits Abfindungsverträge mit ihren ehemaligen Fürsten geschlossen hatten, legte die Regierung Luther am 2. 2. 26 ein Gesetz zur einheitlichen Entschädigungsregelung vor. Dagegen erhob die Linke, v. a. die KPD, die Forderung nach vollständiger Fürstenenteignung, erwirkte ein Volksbegehren und erreichte 12,5 Millionen Stimmen. Nach Ablehnung der Fürstenenteignung im Reichstag (mit den NSDAP-Stimmen) am 6. 5. 26 wurde ein Volksentscheid erforderlich, der am 20. 6. 26 mit 15,5 Millionen Stimmen aber nicht die nötige Mehrheit von 20 Millionen fand. Trotz der hohen Popularität einer Fürstenenteignung hatte Hitler seine Partei auf der Bamberger Führertagung dagegen eingeschworen, da er den Bolschewismusvorwurf fürchtete und eine Aktionsgemeinschaft mit den marxistischen Parteien ablehnte.