Familie (Gesellschaft)

    Aus Lexikon Drittes Reich

    im engeren Sinn Ehepaar mit Kindern (Kleinfamilie), im weiteren Sinn zuweilen auch Bezeichnung für Verwandtschaft oder Hausgemeinschaft (Großfamilie). Als "Keimzelle des Volkes" spielte die Familie in der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik die entscheidende Rolle: Durch Maßnahmen der Erbpflege sollte sie "rasserein" und erbgesund gehalten werden, durch finanzielle Förderung (u. a. Ehestandsdarlehen) und propagandistische Überhöhung (Frau im Dritten Reich) sollte der "Wille zum Kind" geweckt und gefördert werden, damit die angestrebte "Vollfamilie" mit mindestens vier Kindern die Regel würde, die erst den Bestand des deutschen Volks sichern könne. Hoch eingeschätzt wurde auch die Funktion des Familiengedankens für die Bindung der Auslandsdeutschen an die Heimat. Dort, wo wie in den USA "naturwidrig" Frau und Kind die Herrschaft in der Familie ausübten oder wo wie in Südosteuropa deutsche Familien mit "fremdvölkischem" Personal Großfamilien bildeten, drohe Umvolkung, die den Zusammenhalt des "Gesamtdeutschtums" gefährde.