Feiern im nationalsozialistischen Jahreslauf

    Aus Lexikon Drittes Reich

    ("Feiern des Reiches und des Jahreslaufs"). Innerhalb des gesamten Spektrums der nationalsozialistischen Feiern wurden im Dritten Reich Staatsfeiertage, Gedenktage der Partei und "brauchtümliche" Feiertage als Konkurrenz- und Parallelunternehmen zum Kirchenjahr zu einem kanonischen nationalsozialistischen Feierjahr zusammengefasst. Es erhielt schon früh eine feste Ordnung und sollte der Macht und Einheit von Staat und Partei Ausdruck verleihen und das Staatsvolk einbeziehen. Für Organisation und Ausrichtung von Veranstaltungen zu den verschiedenen Anlässen waren Propagandaministerium und Reichspropagandaleitung der Partei zuständig, mit Ausnahme der Reichsparteitage und der Feiern der Gliederungen. Feiertage, die ihren Ursprung nicht in der Ideologie oder in der Geschichte der NSDAP hatten, wurden umgedeutet und gleichgeschaltet:


    30. Januar: Tag der Machtergreifung


    24. Februar: Parteifeiertag zur Erinnerung an die Verkündung des Parteiprogramms 1920


    März: am Sonntag Reminiscere Heldengedenktag in Umdeutung des Volkstrauertags, seit 1939 immer am 16. 3. gefeiert zur Erinnerung an die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht 1935


    März: Am letzten Sonntag des Monats "Verpflichtung der Jugend" (Aufnahme der 14-Jährigen in HJ und BDM)


    20. April: Führergeburtstag


    1. Mai: Maifeiertag

    Mai: Muttertag seit 1933 auf den 2. und von 1938 an auf den 3. Sonntag im Monat festgelegt


    21. Juni: Sommersonnenwende (Sonnwendfeiern)


    September: I

    in der ersten Monatshälfte Reichsparteitag in Nürnberg


    Oktober: am Monatsanfang Erntedanktag

    9. November: Gedenktag für die 16 "Blutzeugen der Bewegung" des Hitlerputsches 1923, höchster nationalsozialistischer Feiertag


    21. Dezember: Wintersonnenwende (Sonnwendfeiern), erfolglose Versuche, Weihnachten durch Julfest zu verdrängen