Feldpost

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Organisation des Brief- und Paketverkehrs zwischen Front und Heimat im Zweiten Weltkrieg sowie Bezeichnung für von der Feldpost beförderte Sendungen; schon 1936 im Manöver geübt, aufgebaut auf einem System von Feldpostnummern, die der gegnerischen Aufklärung das Auffinden der Standorte der Adressaten und ihrer Truppenteile erschweren sollten. Die Feldpost beschäftigte 12 000 Feldpostmänner bei durchschnittlich 25 Millionen (portofreien) Sendungen täglich (insgesamt 40 Milliarden). 75 Prozent liefen Richtung Front in die zeitweise 400 Feldpostämter auf Divisionsebene im ganzen von Deutschland besetzten Europa. Feldpostprüfstellen (F. P. P.) zensierten stichprobenartig die Post zwecks Spionageabwehr und zur Bekämpfung von Wehrkraftzersetzung. Regelmäßige Prüfberichte informierten die Führung über die Stimmung in der Truppe.

    Die Feldpost hatte für die Wehrmachtpropaganda hohen Stellenwert, galt als "Herzstück der geistigen Kriegführung". 1941 erschien eine Sammlung "Feldpostbriefe aus dem Osten – Deutsche Soldaten sehen die Sowjetunion". Mit sinkendem Kriegsglück aber ging "die Feldpostwaffe" nach hinten los, denn sie beförderte zunehmend Hiobsbotschaften und konnte so die verordnete Funktion als "Blutspender für den Glauben und Willen der Angehörigen" nicht mehr erfüllen. Die Alliierten nutzten zudem den Propaganda-Wert der Feldpost, indem sie abgefangene oder gefälschte Briefe hinter den Fronten und über Deutschland abwarfen. Bekannteste Feldpostfälschung wurde der so genannte Mölders-Brief.