Fememorde

    Aus Lexikon Drittes Reich

    in Anlehnung an die mittelalterlichen Femegerichte gebildete Bezeichnung für politische Selbstjustiz von Geheimbünden und Untergrundorganisationen. Fememorde wurden v. a. von Angehörigen der Freikorps und der Schwarzen Reichswehr 1919-23 begangen an angeblichen "Wehrverrätern", die z. B. den Behörden Hinweise auf Waffenverstecke gegeben hatten. Nur wenige der etwa 300 Fememorde wurden von der nationalkonservativen Justiz der Republik mit der sonst üblichen Strenge geahndet. Selbst einer der Haupttäter, Oberleutnant Paul Schultz, wurde nach Verhängung der Todesstrafe 1927 nur in Haft gehalten und gemäß Reichsgesetz vom 24. 10. 32 amnestiert. Im Zweiten Weltkrieg kam es vereinzelt zu Fememorden in alliierten Gefangenenlagern durch fanatische Nationalsozialisten an Kameraden, die am "Endsieg" zweifelten und mit der Gewahrsamsmacht kollaborierten.