Ferdinand Schörner

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Generalfeldmarschall

    geboren: 12. Juni 1892 in München gestorben: 2. Juli 1973 in München


    im Ersten Weltkrieg hochdekorierter Offizier (Pour le Mérite), Reichswehr-Laufbahn, 1. 8. 40 Generalmajor. Die eigentliche Karriere für Schörner begann erst nach der Kriegswende 1942/43, als sein harter Führungsstil Hitler am geeignetsten schien, die Devise "Halten um jeden Preis" durchzusetzen. Als Heeresgruppen-Oberbefehlshaber (31. 3. 44 Süd, 20. 7. 44 Nord, 18. 1. 45 Mitte) hatte der fanatische Nationalsozialist Schörner (im Februar 44 kurze Zeit Chef des nationalsozialistischen Führungsstabs im OKH) mit seinen brutalen Disziplinierungsmaßnahmen (Erschießungen, Himmelfahrtskommandos u. a.) zunächst "Erfolg", verheizte dann aber vielfach sinnlos seine zusammenschmelzenden Verbände. Von Hitler testamentarisch zum Oberbefehlshaber des Heeres bestimmt, verließ Schörner am 11. 5. 45 seine Truppen in Böhmen und setzte sich in Zivil nach Österreich ab. Schon Ende Mai 45 lieferten ihn die Amerikaner jedoch an die Sowjetunion aus, wo er bis 1955 in Gefängnissen und Kriegsverbrecherlagern festgehalten wurde. Nach Deutschland zurückgekehrt, wurde Schörner im Oktober 57 wegen Totschlags zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt, 1960 aber bereits aus Gesundheitsgründen entlassen.