Flakhelfer

    Aus Lexikon Drittes Reich

    allgemein übliche Bezeichnung für die offiziell Luftwaffen- und Marinehelfer genannten 15- bis 17-jährigen Schüler, die seit Februar 43 bei der Reichsverteidigung im Luftkrieg eingesetzt waren (Heimatflak). Nach der Verordnung zur "Heranziehung von Schülern zum Kriegshilfseinsatz der deutschen Jugend in der Luftwaffe" vom 26. 1. 43 wurden in einer ersten Auswahl 11 503 Flakhelfer schulklassenweise eingezogen und z. T. kaserniert. Sie erhielten regelmäßig Unterricht, der schließlich aber ganz ausfiel. Die Flakhelfer ersetzten Flaksoldaten, die für die Front gebraucht wurden: 100 Flakhelfer für 70 Soldaten war die ursprüngliche Rechnung. Bald erwies sich jedoch, dass die fanatisch kämpfenden Jungen oft die schon skeptischen Landser an Einsatzbereitschaft eher übertrafen. Die Flakhelfer übernahmen bald sämtliche Funktionen selbst an schweren Flugabwehrkanonen (Flak) vom Richtschützen bis zum Geschützführer. Im Juni 44 standen schon 56 000 Flakhelfer an den Flakbatterien bei 50 Pfennig Tagessold. Bei einheitlicher (Ausgeh-) Uniform der Flieger- bzw. Marine-HJ gehörten sie offiziell der Hitlerjugend an und hatten keinen Kombattantenstatus, was bei Gefangennahme zur Behandlung als Partisanen führen konnte. Diese Gefahr wuchs, als die Flakhelfer in der letzten Kriegsphase auch zum Erdkampf herangezogen wurden. Ihre Verluste sind nicht bekannt, doch belegen Berichte von zahlreichen Volltreffern in Flakstellungen hohe Opferzahlen.