Flick-Prozess

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Verfahren vor dem Militärgerichtshof V der USA in Nürnberg gegen den Stahlmagnaten Flick und fünf seiner führenden Mitarbeiter wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Mitgliedschaft in einer verbrecherischen Organisation. Gegenstand der Anklage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und (oder) Kriegsverbrechen war im Wesentlichen die zwangsweise Beschäftigung von Fremdarbeitern, KZ-Häftlingen und Kriegsgefangenen unter unmenschlichen Bedingungen, Ausplünderung von Fabriken in Frankreich und der UdSSR sowie Verfolgung von Juden während der Jahre 1936-39 durch Fortnahme von Industriebetrieben (Arisierung).


    Der Flick-Prozess begann am 19. 4. 47. Durch Urteil vom 22. 12. 47 wurde Flick zu sieben Jahren und zwei weitere Angeklagte zu 30 Monaten bzw. fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Zwei Angeklagte sprach das Gericht frei. Es verneinte seine Zuständigkeit, soweit Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Kriegsbeginn vorgeworfen worden waren, mit der Begründung, dass Verbrechen, die vor und vollständig ohne Beziehung zum Krieg begangen wurden, nicht unter das Kontrollratsgesetz Nr. 10 fielen. Flick wurde wegen guter Führung vorzeitig entlassen.