Frank Thieß

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Schriftsteller

    geboren: 13. März 1890 in Eluisenstein, Livland gestorben: 22. Dezember 1977 in Darmstadt


    Nach Tätigkeiten als Journalist, Dramaturg, Theaterkritiker schrieb Thieß v. a. Romane und Novellen über "Grenzsituationen des menschlichen Gefühlslebens" sowie zu kulturgeschichtlichen Themen. Obwohl selbst nicht von völkisch-nationaler Weltsicht überzeugt, suchte Thieß 1933 "dem neuen Regime seine Aufwartung zu machen, indem er seinen gesellschaftskritischen Roman aus der Inflationszeit 'Der Leibhaftige' (1924) mit einem Vorwort versah, das ihn den Machthabern empfehlen sollte" (E. Loewy). Thieß enthielt sich während des Dritten Reichs politischer Aktivitäten und Äußerungen und lebte hauptsächlich in Wien und Rom; wegen verschlüsselter Kritik am totalitären Staat wurde sein sofort vergriffener Roman "Das Reich der Dämonen" (1941) verboten. Nach Kriegsende gehörte Thieß zu den Wortführern der inneren Emigration, der in öffentlichen Diskussionen (u. a. mit Th. Mann) zur eigenen Verteidigung emigrierten Autoren ihre "Flucht" vorhielt. Für sein, besonders von konservativen Kritikern als "kultiviert" geschätztes Werk erhielt Thieß 1968 den Konrad-Adenauer-Preis der Deutschland-Stiftung.