Franklin Delano Roosevelt

    Aus Lexikon Drittes Reich

    amerikanischer Politiker

    geboren: 30. Januar 1882 in Hyde Park, New York gestorben: 12. April 1945 in Warm Springs, Georgia


    1912 Senator in New York (Demokratische Partei), 1913-20 Unterstaatssekretär für Marine und 1919 Leiter der amerikanischen Demobilisierung in Europa nach dem Ersten Weltkrieg. Roosevelts Karriere erhielt 1920/21 einen Knick, als er sich zunächst erfolglos um die Vizepräsidentschaft bewarb und dann durch Erkrankung an Kinderlähmung an den Rollstuhl gefesselt wurde. Bis 1928 weiter als Anwalt tätig, wurde Roosevelt im Jahr darauf zum Gouverneur von New York und Ende 32 gegen den Amtsinhaber Hoover zum 32. Präsidenten der USA gewählt. Als einzigem US-Präsidenten gelang ihm noch dreimal die Wiederwahl (1936, 1940 und 1944), so dass sich seine Amtszeit fast auf den Tag genau mit der Dauer des Dritten Reichs und so mit Hitlers Amtszeit deckte.

    Wie dieser stand Roosevelt bei Regierungsantritt vor dem Problem der Überwindung der Weltwirtschaftskrise und wie diesem gelang ihm das letztlich erst durch Aufrüstungspolitik. Sie griff in den USA allerdings wesentlich später wegen der isolationistischen öffentlichen Meinung, die Roosevelt lange die Hände band. Immerhin gelang ihm mit dem Programm des "New Deal" (Neuverteilung) ein allmählicher Kurswechsel vom totalen Wirtschaftsliberalismus zum Sozialstaat (Arbeitslosenunterstützung, Altersversorgung u. a.), der die gesellschaftlichen Widersprüche dämpfte und Roosevelts Popularität sicherte. Das ermöglichte ihm, zunehmend Front zu machen gegen die Expansionspolitik Deutschlands, Italiens und Japans und nach Kriegsbeginn England großzügig zu unterstützen ( Leih- und Pachtgesetz). Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion (22. 6. 41) schlug sich das in der Atlantik-Charta nieder und mündete in den Kriegseintritt der USA nach dem japanischen Überfall auf Pearl Harbor. Die Mobilisierung der ganzen amerikanischen Wirtschaftskraft entschied letztlich den Zweiten Weltkrieg zugunsten der Alliierten.

    Auf Roosevelt ging dabei die auf den Konferenzen von Casablanca, Teheran und Jalta verabredete "Germany first"-Strategie zurück und die Forderung nach Bedingungsloser Kapitulation der Achsenmächte. Roosevelt war es auch, der entgegen den Warnungen Churchills der Roten Armee Osteuropa überließ, weil er Stalin für ein Engagement gegen Japan gewinnen wollte. Dass er ihn dazu gar nicht brauchen würde, ahnte Roosevelt nicht, da er den riesigen Rüstungsvorsprung nicht mehr erlebte, den die Entwicklung der von ihm in Auftrag gegebenen Atombombe für die USA bedeutete. Sein früher Tod, der im untergehenden Berlin noch einmal Hoffnungen auf einen Zerfall der alliierten Kriegskoalition weckte, verschob die weltpolitischen Gewichte zugunsten Stalins, wie das Potsdamer Abkommen zeigen sollte.