Franz Rademacher

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Diplomat

    geboren: 20. Februar 1906 Neustrelitz (Mecklenburg) gestorben: 17. März 1973 Bonn


    Jurist, März 33 NSDAP-Beitritt, November 37 Legationssekretär im Auswärtigen Amt, 1938 an der deutschen Botschaft in Uruguay, Mai 40 Rückkehr und Übernahme des Judenreferats der Deutschland-Abteilung im Außenministerium. Von Rademacher stammte der so genannte Madagaskarplan zur Deportation der Juden, den er in Zusammenarbeit mit Eichmann nach dem deutschen Sieg über Frankreich entwickelt hatte. Zunächst eher "Salonantisemit", beteiligte sich Rademacher später ohne Bedenken an der Endlösung und betrieb im Oktober 41 persönlich die Deportation serbischer Juden aus Belgrad, wobei 449 an Ort und Stelle ermordet wurden. 1943 fiel er in Ungnade, wurde Marineoffizier und tauchte nach Kriegsende unter. 1952 verhaftet und verurteilt, entkam er nach Syrien, von wo er 1966 krank zurückkehrte. Trotz erneuter Verurteilung blieb er in Freiheit, weil die Strafe (fünfeinhalb Jahre) als verbüßt angesehen wurde. Der Spruch wurde 1971 aufgehoben und ein neuer Prozess angeordnet, vor dessen Eröffnung Rademacher starb.