Franz Seldte

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 29. Juni 1882 Magdeburg gestorben: 1. April 1947 Fürth


    Chemiestudium, im Ersten Weltkrieg als Hauptmann schwer verwundet, danach Übernahme der ehemaligen Fabrik seines Vaters. Seldte gründete am 25. 12. 18 den Stahlhelm, einen antirepublikanischen Wehrverband ehemaliger Frontsoldaten, den er in den Dienst seines Kampfs gegen die "Novemberdemokratie" stellte. Seldte, der ab 1924 den Stahlhelm zusammen mit Duesterberg führte, paktierte beim Volksbegehren gegen den Youngplan 1929 und in der Harzburger Front 1931 mit Hitler, der ihn am 30. 1. 33 als Reichsarbeitsminister in sein Kabinett berief. Am 27. 4. 33 trat Seldte der NSDAP bei und überführte den Stahlhelm in die SA. Von März 33 bis Juli 34 war er Reichskommissar für den Arbeitsdienst und übernahm danach auch das preußische Ministerium für Wirtschaft. Dennoch sank sein Einfluss kontinuierlich, weil Arbeitsfront, Görings Amt für den Vierjahresplan und schließlich Sauckel als Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz immer mehr Kompetenzen an sich zogen. Ein schon 1935 eingereichtes Rücktrittsgesuch hatte Hitler abgelehnt. Bei Kriegsende inhaftiert, sollte Seldte als Kriegsverbrecher angeklagt werden, starb aber vorher in einem amerikanischen Militärlazarett.