Franz Sperr

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Diplomat

    geboren: 12. Februar 1878 Karlstadt (Unterfranken) gestorben: 23. Januar 1945 Berlin (hingerichtet)


    Generalstabskarriere im Ersten Weltkrieg; Mitglied der Bayerischen Gesandtschaft und des Reichsrats in Berlin 1918-34. Sperr wehrte sich im Namen der Münchener Regierung 1933 verbissen gegen die nationalsozialistische Gleichschaltung der Länder und nutzte noch einmal nach der Röhm-Affäre (30. 6. 34) seinen Kontakt zu Reichspräsident Hindenburg für Proteste gegen die Willkürherrschaft Hitlers - vergeblich. Er trat zurück und bereitete sich und Gleichgesinnte auf die Zeit nach Hitler vor; Möglichkeiten zu gewaltsamem Umsturz sah er nicht. Letzteres fand der Volksgerichtshof nicht glaubhaft, der das Todesurteil vom 11. 1. 45 darauf stützte, dass Sperr kurz vor dem Juliattentat 44 Stauffenberg getroffen und über A. Delp Verbindungen zum Kreisauer Kreis gepflegt hatte.