Franz Stangl

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher SS-Offizier

    geboren: 26. März 1908 in Altmünster (Österreich) gestorben: 28. Juni 1971 in Düsseldorf


    gelernter Webmeister, 1931 zur österreichischen Polizei, 1935 von der Kriminalpolizei übernommen, nach dem "Anschluss" Österreichs zur Stapo Linz und dort zeitweise im Judenreferat; 1. 5. 38 Mitglied der NSDAP. Anfang 40 erhielt Stangl die Aufforderung, sich zur Dienstleistung bei der "Gemeinnützigen Stiftung für Anstaltspflege", einer Tarnorganisation im Rahmen des Euthanasie-Programms (T4), einzufinden. Er wurde als Oberleutnant der Schupo eingekleidet und kam zur "Tötungsanstalt" Hartheim, im Spätsommer 41 nach Bernburg. Im Frühjahr 42 wurde Stangl im Rahmen der Aktion Reinhard Kommandant der Vernichtungslager Sobibór und Treblinka. Mit seinem Vorgesetzten Globocnik wurde er im August 43 nach Triest versetzt. Wegen Krankheit kam er Anfang 45 nach Wien zurück und tat Dienst in der "Alpenfestung". Nach Kriegsende interniert und 1947 in Untersuchungshaft in Linz, konnte Stangl am 30. 5. 48 fliehen und sich über Italien nach Syrien absetzen. 1951 wanderte er nach Brasilien aus. 1967 erfolgte seine Auslieferung an die Bundesrepublik, wo er vom Schwurgericht beim Landgericht Düsseldorf am 22. 12. 1970 wegen gemeinschaftlichen Mords an mindestens 400 000 Menschen zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Er starb in der Haft.