Franz Xaver Ritter von Epp

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 16. Oktober 1868 in München gestorben: 31. Dezember 1946 in München


    nach Kriegsschule und Kriegsakademie 1900/01 Freiwilliger im deutschen Expeditionskorps in China, 1904-06 Kompaniechef in den Kolonialkämpfen gegen die Hereros und Hottentotten in Südwestafrika, während des Ersten Weltkriegs Kommandeur des bayerischen Infanterie-Leibregiments. Nach Kriegsende gründete Epp, vom Reichswehrministerium finanziell unterstützt, das Freikorps Epp in Thüringen, das wesentlich beteiligt war an der Zerschlagung der Münchener Räterepublik und des kommunistischen Ruhraufstands. Seit 1920 unterstützte Epp, der über seinen Stabsoffizier Röhm mit Hitler in Kontakt kam, den "Völkischen Beobachter", trat der BVP bei und 1928 der NSDAP. 1928-45 war er MdR, wurde nach der Machtergreifung Reichskommissar (seit 10. 4. 33 Reichsstatthalter) in Bayern und leitete seit Mai 34 das Kolonialpolitische Amt der NSDAP. Nach seinem Protest gegen die Erschießung dreier Münchener SA-Führer während der so genannten Röhm-Affäre schrumpfte der Einfluss des konservativen Monarchisten in der Partei erheblich. Epp gehörte in der Endphase des Dritten Reichs zu den parteiinternen Kritikern Hitlers. Er starb in amerikanischer Internierung.