Franz Xaver Schwarz

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 27. November 1875 Günzburg (Donau) gestorben: 2. Dezember 1947 Internierungslager Regensburg


    1900-24 Verwaltungsbeamter der Stadt München, 1922 NSDAP-Beitritt. Schwarz, der nach dem Hitlerputsch (9. 11. 23) aus dem städtischen Dienst entlassen worden war, gehörte in der Verbotszeit der Partei dem Vorstand der Ersatzorganisation Großdeutsche Volksgemeinschaft an und danach auch dem der wiedergegründeten NSDAP als 1. Schatzmeister. Der parteiintern als Reichsschatzmeister apostrophierte Schwarz war ein pedantischer Verwalter, vertrat ab 16. 9. 31 die Partei als "Generalbevollmächtigter des Führers" in allen vermögensrechtlichen Angelegenheiten und übernahm schließlich auch die Hilfskasse und die bis dahin der SA-Führung unterstellte Reichszeugmeisterei. Aus dem von Schwarz verwalteten Haushalt wurde zu Beginn des Dritten Reichs die gesamte Parteiorganisation bis hin zu den bewaffneten SS-Verbänden finanziert, bis er z. T. in den Reichshaushalt überführt wurde. 1935 erhielt Schwarz, der seit 1933 Mitglied des Reichstags und Reichsleiter war, auch die Aufsicht über die Finanzen der angeschlossenen Verbände der NSDAP. In die politischen Auseinandersetzungen innerhalb der Partei ließ sich der altersmäßig weit über dem Durchschnitt der nationalsozialistischen Prominenz liegende Schwarz nicht verwickeln. Dennoch wurde er noch postum im September 48 von einer Münchener Spruchkammer als "Hauptschuldiger" eingestuft und zu Vermögenseinzug verurteilt.