Freikorps

    Aus Lexikon Drittes Reich

    allgemein militärische Freiwilligenverbände ohne feste Zugehörigkeit zu einem größeren Truppenverband. Nach der Auflösung des kaiserlichen Heers 1918 bildeten sich zahlreiche Freiwilligenformationen, meist von nationalistischen Offizieren begründet und nach diesen benannt, in denen sich u. a. Arbeitslose, ostelbische Junker, Berufssoldaten zusammenfanden, die nach der Rückkehr aus dem Krieg im zivilen Alltag orientierungslos waren, als ehemals angesehene Offiziere die soziale Deklassierung nicht hinnehmen wollten und die Republik ablehnten.


    Die zeitweise mehr als 200 Freikorps mit über 400 000 Mitgliedern (am bekanntesten "Marinebrigade Ehrhardt") wurden von staatlicher Seite besonders gegen die Arbeiterbewegung eingesetzt, u. a. bei den Januarstreiks 1919 in Berlin oder der Niederwerfung der Münchener Räterepublik. Sie bekämpften die politische Linke durch Anschläge und Morde (u. a. Luxemburg, Liebknecht, Rathenau) oder wirkten als "Grenzschutz" im Osten. Die Verfügung zur Auflösung der Freikorps trug 1920 zur Auslösung des Kapp-Putsches bei; viele Freikorps wurden geschlossen in die Reichswehr überführt. Zahlreiche Freikorpsmitglieder schlossen sich SA oder SS an. Sie wurden nach der Machtergreifung mit "Ehrenurkunden" ausgezeichnet zum Ausdruck des "Dankes" für die "bis dahin vorenthaltene Anerkennung".