Fremdwörter

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Wörter, die durch Klang und Schreibweise ihre Herkunft aus einer fremden Sprache deutlich erkennen lassen. Nationalsozialistische Sprachwissenschaftler untergliederten den Wortbestand der deutschen Sprache in "Erbwörter", die ursprünglich, geschichtlich im Volk überliefert waren, "Lehnwörter", denen man die Übernahme aus einer anderen Sprache nicht mehr ansieht, und in Fremdwörter, deren Gebrauch als "Ausländerei" und Ausdruck von "Gedankenarmut" abgelehnt wurde, da man davon ausging, dass sich in der Übernahme von Wörtern eines anderen Volkes kulturelle Unterlegenheit ausdrücke. Schon vor 1933 propagierte eine "Sprachreinigungsbewegung", u. a. ausgehend vom 1885 gegründeten Allgemeinen Deutschen Sprachverein, das Vermeiden und Ersetzen von Fremdwörtern. Der Bücherverbrennung fielen auch Titel wegen "Überfremdung" und "dünkelhafter Verhunzung der deutschen Sprache" zum Opfer. Durchsetzen konnte sich dieser Sprachpurismus ansatzweise im öffentlichen, staatlichen Bereich, bei neuen Titel- oder Amtsbezeichnungen (Amt für Schrifttumspflege). Aus dem alltäglichen Sprachgebrauch, selbst aus der nationalsozialistischen Publizistik verschwanden Fremdwörter nach 1933 nicht; übertriebene Eindeutschungsversuche, wie "Tagleuchter" (Fenster), "Bernzieh" (Elektrolokomotive) oder " Steigrundling" (Ballon) erregten allgemein nur Heiterkeit.