Friedrich Gogarten

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher evangelischer Theologe

    geboren: 13. Januar 1887 in Dortmund gestorben: 16. Oktober 1967 in Göttingen


    1931 Professor in Breslau, 1935-55 in Göttingen. Bekannt geworden 1920 mit dem Aufsatz "Zwischen den Zeiten" als Kritiker der Geschichtstheologie des 19. Jahrhunderts, fand Gogarten Anschluss an die dialektische Theologie von Barth, mit dem er gegen christlichen Liberalismus und Sozialismus ebenso stritt wie gegen die völkische politische Theologie als falsche diesseitige Ansätze. Die Wende zeichnete sich 1930 mit der Streitschrift ab "Wider die Achtung der Autorität", die den starken Staat forderte und zum Bruch mit Barth und Gogarten schließlich zu den Deutschen Christen führte: Am 4. 8. 33 verkündete er seinen Beitritt, nachdem er die harten Maßnahmen des nationalsozialistischen Regimes damit gerechtfertigt hatte, dass ein Volk, "das so außer Form geraten" sei wie das deutsche, "zunächst in Uniform gebracht werden" müsse. Schon zum Jahresende 33 erkannte er seinen Irrtum und verließ die Deutschen Christen wieder, fand aber nicht zum kirchlichen Widerstand. Barth nannte Gogarten 1955 rückblickend einen "intellektuellen Urheber des Nationalsozialismus".