Friedrich Reck-Malleczewen

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Publizist

    geboren: 11. August 1884 Gut Malleczewen (Ostpreußen) gestorben: 17. Februar 1945 KZ Dachau


    Medizinstudium, Weltreisen, Übersiedlung nach Bayern. Reck-Malleczewen nahm kurz vor dem Ersten Weltkrieg seine schriftstellerische Tätigkeit auf (kulturhistorische Essays, Theaterstücke) und erlebte den Untergang der Monarchie als Katastrophe seines konservativen Weltbilds. Die Kluft zur politischen Umwelt wuchs dramatisch mit der Machtergreifung des Nationalsozialismus, den er verschlüsselt in dem Buch "Bockelson - Geschichte eines Massenwahns" (1937) über das Terrorsystem der Wiedertäufer porträtierte. Es wurde verboten; Reck-Malleczewen machte sich zusätzlich missliebig mit der Weigerung, das Drehbuch für den Film "Jud Süß" zu schreiben, und wurde nach Denunziation 1944 verhaftet. Zuvor hatte er noch sein "Tagebuch eines Verzweifelten" (1936-44) in Sicherheit bringen können. Es erschien 1947 und erregte durch die hellsichtigen Analysen des Nationalsozialismus ebenso Aufsehen wie durch die Attacken auf die Attentäter des Zwanzigsten Juli 44, die Reck-Malleczewen bezichtigte, erst Hitler nachgelaufen zu sein und dann "die pleite gehende Firma" verraten zu haben.