Friedrich Werner Graf von der Schulenburg

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 20. November 1875 in Kemberg (Wittenberg) gestorben: 10. November 1944 in Berlin-Plötzensee


    Studium der Rechts- und Staatswissenschaften, 1901 Eintritt in den Diplomatischen Dienst, im Ersten Weltkrieg Offizier, 1923 Gesandter in Teheran, 1931-34 in Bukarest. Schulenburg wurde 1934 zum Botschafter in Moskau ernannt, als die antibolschewistische Propaganda der nun regierenden Nationalsozialisten erste Höhepunkte erreichte. Trotzdem konnte Schulenburg den Gesprächsfaden intakt halten und damit zum Gelingen des Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffsvertrags vom 23. 8. 39 beitragen. Den deutschen Angriff auf die UdSSR am 22. 6. 41 hielt er für ein Unglück und setzte sich 1942 für eine positive Antwort auf Stalins Sondierungen für einen Sonderfriedensschluss ein. Von Hitler und Ribbentrop brüsk abgewiesen, bot Schulenburg seine Vermittlung dem Widerstandskreis um Goerdeler an und schlug sogar vor, sich von Tresckow durch die Front schleusen zu lassen. Die Verschwörer des Zwanzigsten Juli 44 sahen Schulenburg als Außenminister vor. Nach Scheitern des Staatsstreichs wurde er vom Volksgerichtshof zum Tod verurteilt.