Friedrich von Bodelschwingh

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Theologe

    geboren: 14. August 1877 in Bethel gestorben: 4. Januar 1946 in Bethel


    1904 Eintritt in die von seinem Vater gegründeten Betheler Anstalten für Behinderte, 1910 zum Leiter gewählt. Bodelschwingh, der seine Aufgabe vornehmlich in der Diakonie sah, geriet 1933 ins kirchenpolitische Räderwerk, als ihn auf Anregung der Jungreformatoren die überwältigende Mehrheit der evangelischen Landeskirchen am 27. 5. 33 zum Reichsbischof bestellte, um einer Wahl des Wunschkandidaten Hitlers L. Müller zuvorzukommen. Wegen fehlender Verfassung einer Reichskirche aber versagte die Staatsführung Bodelschwingh die Anerkennung und setzte am 24. 6. 33 einen Staatskommissar zur Regelung der kirchlichen Angelegenheiten ein. Bodelschwingh kapitulierte vor dem politischen Druck und trat zurück. In Bethel kämpfte er fortan gegen Übergriffe der nationalsozialistischen Behörden, konnte seine Patienten vor der Euthanasie retten und schließlich sogar den Abbruch des Tötungsprogramms erreichen.