Fritz Müller

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher evangelischer Theologe

    geboren: 11. März 1889 Berlin gestorben: 20. September 1942 im Osten


    hochdekorierter Kriegsfreiwilliger 1914-18; Arbeiterpfarrer, 1933 Berufung nach Berlin-Dahlem, wo Müller mit Niemöller den Pfarrernotbund gründete. In dieser Umgebung entwickelte sich Müller zum kompromisslosen Streiter der Bekennenden Kirche, nach deren faktischer Spaltung er 1936 den Vorsitz in der 2. Vorläufigen Kirchenleitung übernahm. Sie sprach im Sommer 36 das deutlichste evangelische Wort gegen die nationalsozialistische Rechtszerstörung, gegen KZ-Terror und Judenverfolgung. Wegen einer Gebetsliturgie, in der ein Krieg als Strafe Gottes bezeichnet wurde, verlor Müller, den die Gestapo schon oft verhaftet hatte, nach der Sudetenkrise 1938 sein Pfarramt. Er meldete sich bei Kriegsbeginn zur Wehrmacht als Gräberoffizier und kam unter ungeklärten Umständen an der Ostfront ums Leben.