Fritz Sauckel

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 27. Oktober 1894 in Haßfurt gestorben: 16. Oktober 1946 in Nürnberg


    Seemann, während des Ersten Weltkriegs in französischer Zivilinternierung, danach Schlosserlehre, engagiert in der völkischen Bewegung, 1922 SA- und 1923 NSDAP-Beitritt. Sauckel wurde 1925 Gaugeschäftsführer der Partei in Thüringen und löste zwei Jahre später Dinter als Gauleiter ab, der mit Hitler in Konflikt geraten war. Ab 1929 war Sauckel Fraktionschef der NSDAP im thüringischen Landtag, wurde 1932 Ministerpräsident und im Zuge der Gleichschaltung der Länder im Mai 33 Reichsstatthalter (1935-37 auch in Anhalt). Nach der Ernennung zum Reichsverteidigungskommissar (Wehrkreis IX Kassel) 1939 erhielt er am 21. 3. 42 die Ernennung zum Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz. Er organisierte für die deutsche Kriegswirtschaft ein Millionenheer von Fremdarbeitern, von denen nicht einmal ein Bruchteil freiwillig nach Deutschland kam und deren Verluste durch die rücksichtslose Ausbeutung bei miserablen Arbeitsbedingungen, durch Terror und Misshandlungen verheerend waren. Die von Sauckel immer wieder stolz gemeldeten Rekord-Rekrutierungszahlen führten am 1. 10. 46 zum Todesurteil im Nürnberger Prozess wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.