Gabriele D'Annunzio

    Aus Lexikon Drittes Reich

    italienischer Dichter und Politiker

    geboren: 12. März 1863 in Francaville, Pescara gestorben: 1. März 1938 in Cargnacco, Gardone


    erregte schon als Gymnasiast Aufsehen mit frühreifen Gedichten ("Primo vere", 1879) und war um die Jahrhundertwende der gefeiertste italienische Lyriker ("Laudi" 1903/04) und Erzähler. Politisch wechselte D'Annunzio wie sein späteres Idol Mussolini von links nach rechts, war 1897-1900 Abgeordneter der Konservativen und entwickelte sich zum radikalen Nationalisten und Imperialisten, sowohl poetisch mit Gewaltverherrlichung ("Das Paradies liegt im Schatten der Schwerter") und Anbetung des Übermenschentums, wie politisch: D'Annunzio kämpfte leidenschaftlich für den Eintritt Italiens in den Ersten Weltkrieg auf Seiten der Entente, zeichnete sich als Freiwilliger (Fliegeroffizier) durch kühne Aktionen aus und besetzte, enttäuscht von der schnöden Behandlung Italiens nach dem Sieg, am 12. 9. 18 mit einer Freischärlertruppe handstreichartig Fiume (Rijeka), das er erst nach 16 Monaten wieder räumte, um einen Bürgerkrieg zu vermeiden. Danach schwand sein politischer Einfluss, während sein dichterischer Ruhm ins Kultische wuchs. Als Sänger des Heroismus wurde er im aufkommenden Faschismus zum Nationalpoeten und Duzfreund Mussolinis, der ihn 1924 adeln ließ (Fürst von Montenevoso) und ihm einen komfortablen - allerdings polizeilich überwachten - Lebensabend in einer Prunkvilla am Gardasee bescherte.